Interview mit Nils Greilich

Interview mit Nils Greilich
Man kennt ihn als Handballer. Als Teamspieler, als jemand, der auf dem Feld Verantwortung übernimmt. Aber wer ist Nils Greilich eigentlich, wenn gerade kein Ball in der Hand liegt und keine Halle um ihn herum ist? In diesem Interview lasse ich den Sport bewusst einen Moment lang beiseite und sprechen mit Nils über Gewohnheiten, Zweifel, Freundschaften und die kleinen Dinge, die im Alltag oft mehr zählen als ein Sieg am Wochenende. Ein Gespräch über das Leben neben dem Handball – und über den Menschen hinter dem Trikot.
1. Wenn der Handball heute einmal ganz kurz Pause hätte: Was würde deinen Tag im Moment eigentlichausmachen?
Wahrscheinlich würde ich bewusst Zeit in mein Studium investieren und andere Dinge nachholen, die im
Alltag oft zu kurz kommen.

2. Was ist eine Seite an dir, die auf dem Spielfeld niemand sieht, die dir aber im Leben wichtig ist?

Dass ich ein sehr reflektierter Mensch bin. Ich denke viel nach, höre gern zu und versuche, Entscheidungen nicht nur aus dem Bauch heraus zu treffen.

3. Wann warst du zuletzt richtig unsicher – nicht als Spieler, sondern als Mensch?
Bei Entscheidungen rund um meine Zukunft. Gerade wenn es um die Balance zwischen Leistungssport,
Studium und persönlichen Leben geht, zweifle ich manchmal ob ich alles richtig mache. Versuche meine
Entscheidungen dann aber immer nach bestem Gewissen zu treffen.

4. Welche Gewohnheit hast du dir in all den Profijahren bewahrt, obwohl sie eigentlich gar nicht „sportlich“ ist?
Ich habe mir angewöhnt Menschen immer bewusst auf Augenhöhe zu begegnen, Dankbarkeit zu zeigen
und mir Zeit für meine Liebsten zu nehmen – auch wenn der Kalender voll ist.

5. Was ist im Moment etwas in deinem Leben, das dir mehr Energie gibt als jeder gewonnene Ball?
Die Zeit mit Menschen, die mir nahestehen. Ehrliche Gespräche und Momente ohne Leistungsdruck geben mir aktuell mehr Energie als jeder sportliche Erfolg.

6. Was war bisher dein stillster Erfolg, auf den du fast stolzer bist als auf ein großes Spiel?
Dass ich es geschafft habe mich neben dem Leistungssport persönlich weiterzuentwickeln und meinen eigenen Weg zu gehen – auf und neben dem Spielfeld.

7. Gibt es etwas, das dich an deinem eigenen Ehrgeiz manchmal nervt?
Ja, dass ich oft sehr kritisch mit mir selbst bin. Manchmal müsste ich mir selbst mehr Gelassenheit zugestehen. Ich hasse es zu verlieren oder das Gefühl zu haben meiner Mannschaft nicht ausreichend zu helfen. Dann nehme ich das auch außerhalb der Halle mit, was mich nervt.

8. In welchen Momenten fühlst du dich am wenigsten wie ein Profisportler und am meisten einfach wie Nils?
Wenn ich Zeit mit Familie oder engen Freunden verbringe – ohne Plan, ohne Erwartungen, einfach ganz normal.

9. Was hast du über Freundschaft gelernt, seit du im Leistungssport unterwegs bist?
Dass echte Freundschaften nicht von Erfolgen abhängen und auch dann bestehen bleiben, wenn man weniger Zeit hat oder es sportlich nicht immer läuft.

10. Wenn morgen niemand mehr wüsste, dass du Handball spielst – was würdest du gern sein, einfach nur für dich?
Ich würde gerne ein zufriedener Mensch sein, der neugierig bleibt, sich weiterentwickelt und seine Werte lebt – unabhängig vom Sport.
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